Wissenswertes über Rattan

RATTAN
lat.: cumulus rotan, andere Namen: Spanisches Rohr, Dschungelrebe Rattan ist eine Kletterpalme, deren Rohmaterial in der Rattanmoebel-Industrie weiterverarbeitet wird. Rattan wird manchmal mit Bambus verwechselt, man kann beide Rohre einfach unterscheiden: Rattan ist ein Vollmaterial während Bambusrohr dagegen immer hohl ist.

DIE PFLANZE
Rattan hat lange und sehr flexible Triebe und benötigt einen Halt. Unter günstigen Umständen können manche Arten zu einer sehr großen Länge heran-
wachsen. Bis zu 175 Meter wurden schon gemessen. Einige Arten sind einstämmig andere mehrstämmig und können einmalig bzw. mehrmals geerntet werden. Die Triebe sind von scheidenförmigen äußerst dornigen Blättern ummantelt. Rattan findet mittels peitschenförmiger Ranken, welche mit enterhaken-
ähnlichen Dornen bewehrt sind, Halt an anderen Bäumen.

Rattan ist ein Rohr aus dem Inneren des Stammes der Rotangpalme (Rohrpalmen Calamus). Von diesen Palmen gibt es rund 270 Arten, von denen viele später lange Kletterstämme bilden. Die Hauptverbreitung von Rattan befindet sich auf den Indonesischen Inseln. Die dickeren Stämme finden zur Herstellung von Schirm- und Spazierstöcken Verwendung. Die glänzende, kieselsäurehaltige Außenschicht dünnerer Rotangpalmenstängel ist Rohmaterial für die Anfertigung von Rohrstühlen.

DIE ERNTE VON RATTAN
Rattansammler ziehen die Triebe aus dem Regenwald-
dach und entfernen Stacheln, Blätter und Ranken. Dies ergibt den Rohstoff zur weiteren Verarbeitung. Die gesäuberten Rohre werden aus dem Urwald abtransportiert und vor dem Weiterverkauf teilweise schon bearbeitet. Dünne Rohre werden in der Sonne getrocknet oder über brennendem Schwefel geräuchert. Stärkere Durchmesser in Oel gekocht, um überschüssige Feuchtigkeit und natürliches Gummi zu entfernen. Außerdem erhält man so einen Schutz gegen holzbohrende Ungeziefer.

WIE WURDE RATTAN KULTIVIERT ?
Für den Welthandel wurde der überwiegende Teil Rattans als wilde Vorkommen in den tropischen Regenwäldern gesammelt. Seit Anfang der 70er Jahre, als die Vorkommen zurückgingen, wurden von den Forstbehörden Süd-Ostasiens umfangreiche Studien zur Erhaltung und Kultivierung des Rattans begonnen. Erste Studien entdeckten schon existierende Kulturen auf Borneo. Rattan wird hier in permanenten "rattan gardens" kultiviert. In den späten 70er Jahren wurden kommerzielle Rattan-Anpflanzungen in Ost-Malaysia gegründet. Obwohl ein risikoreiches Geschäft, wurden sehr bald gute Erträge erzielt, unter anderem mit Calamus manao, welches auf Grund seines großen Durchmessers ein begehrtes Rohr ist.